RHD- Eine neue Virusvariante - Kleintierpraxis und Tierpension Dr. med.vet. Holtmann in Herford

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RHD- Eine neue Virusvariante

RHD, auch Chinaseuche genannt, ist eine Virusinfektion, die vor allem die Leber schädigt und sehr häufig zum Tod des Kaninchens innerhalb kurzer Zeit führt.
Seit 2010 gibt es eine neue Variante des Erregers, die erstmals 2013 in Deutschland nachgewiesen wurde. Im September 2015 wurde die Infektion mit diesem Erreger im Kreisgebiet Herford bei einem Kaninchen bestätigt.


Verlaufsformen und Behandlung
Bei der perakuten Verlaufsform versterben die Tiere ohne vorher Krankheitsanzeichen zu zeigen.
Bei einer akuten und subakuten Verlaufsform treten grippeähnliche Symptome bis hin zu neurologischen Erscheinungen in den Vordergrund. Hinzu kommen Blutungen aus der Nase, daher auch der Name Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD).
Die chronische Verlaufsform ist gezeichnet von Symptomen eines Leberversagen (Apathie, Anorexie, Gelbsucht).

Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich, man kann nur versuchen die Symptome abzumildern und das Immunsystem zu stärken. Dennoch versterben die meisten Kaninchen innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome.

 

Infektionswege

Die Ansteckungsmöglichkeiten für unsere Heimkaninchen sind sehr vielfältig: Die Übertragung kann durch Tröpfchen über die Luft erfolgen und direkt von Tier zu Tier. Als Überträger spielen auch Menschen und Insekten eine Rolle. Des Weiteren stellen infiziertes Einstreu, Boxen und auch selbst gesammeltes Grünfutter eine entscheidende Rolle.

 

Prophylaxe
Die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Impfung.

In unserer Praxis verwenden wir den Impfstoff Filavac VHD K C+V. Dieser Impfstoff schützt nicht vor vorübergehendem Fieber und Appetitlosigkeit, verhindern jedoch den meist tödlichen Ausgang dieser Erkrankung. Die Dauer der Immunität gegen die neue Virusvariante ist noch nicht genau belegt, daher empfehlen wir in endemischen Gebieten alle 6 Monate zu impfen, in Gebieten, in denen die Erkrankung nur vereinzelt auftritt, alle 12 Monate.

Weitere Maßnahmen dienen dazu, den Kontakt mit dem Erreger zu verhindern: Insektenschutz, kein Kontakt zu Wildkaninchen oder die Verfütterung von Grünfutter, zu dem Wildkaninchen Zugang gehabt haben könnten.