Flöhe- ungeliebte Hausmitbewohner - Kleintierpraxis und Tierpension Dr. med.vet. Holtmann in Herford

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Flöhe- ungeliebte Hausmitbewohner

Flöhe- ungeliebte Hausmitbewohner

 

Flöhe sind Parasiten, die sich vom Blut warmblütiger Tiere und in Ausnahmefällen auch des Menschen ernähren. Diese Insekten haben zwar eine Vorliebe für bestimmte Wirte, sind aber nicht auf eine Spezies festgelegt. Im Zusammenleben mit unseren Haustieren treffen wir vor allem auf den Katzen-, den Hunde- und den Igelfloh. Je nach Flohspezies halten sich diese Insekten bevorzugt im Fell oder im Nest ihres Wirtes auf, im Haus ziehen sie sich des Weiteren in Teppiche, unter Polstermöbel, Betten und Kissen zurück.

Die Bisse des Flohes rufen beim Menschen eine ähnliche Reaktion wie ein Mückenstich hervor: Die Bissstelle ist gerötet, erhaben und juckt. Meist findet man mehrere Bissstellen auf einen kleinen Areal nebeneinander.

Bei unseren Haustieren führt ein Befall mit Flöhen ebenfalls zu Juckreiz, im Falle einer Flohspeichelallergie kann dieser so stark sein, dass die Hunde sich Fell ausreißen und sich beißen und kratzen, sodass sie sich selbst Verletzungen zufügen.

 

Fortpflanzung

Die Dauer des Entwicklungszyklus der Flöhe ist von der Umgebungstemperatur abhängig. Bei Temperaturen unter 5°C findet keine Vermehrung statt. Im Winter halten sich die Flöhe daher bevorzugt in den Nestern ihrer Wirte oder in unseren Wohnungen und Häusern auf. Bei Zimmertemperatur kann ein Zyklus innerhalb eines Zeitraumes von 14 Tagen ablaufen.

 

Bekämpfung

Als erstes müssen wir unsere Haustiere gegen einen erneuten Befall mit Flöhen schützen: einerseits um die Auswirkungen auf unsere Tiere zu minimieren und andereseits um den Entwicklungszyklus der Flöhe nachhaltig zu unterbinden.

Hierzu sind verschiedene Präparate auf dem Markt:

1. Freiverkäufliche Präparate

Dabei handelt es sich um Präparate (Halsbänder, Spot on, Futtermittelzusätze, etc.) die keiner Arzneimittel- und auch keiner Wirkungs-/ Nebenwirkungsprüfung unterliegen und in jedem Fachgeschäft und Discounter verkauft werden dürfen. Meist handelt es sich dabei um pflanzliche Wirkstoffe wie Kokosöl, Schwarzkümmelöl, Grapefruitextrakte und ätherische Öle.

2. Apothekenpflichtige Präparate

Dies sind Produkte mit einem chemischen Wirkstoff, der einer Arznei- und Wirkungsprüfung unterliegt, und die entsprechend nur über Rezepte, Apotheken und Tierarztpraxen bezogen werden können. Je nach Präparat handelt es sich dabei um Spot on Präparate, Tabletten oder Halsbänder. Die Wirkungsdauer liegt je nach Wirkstoff zwischen vier Wochen und acht Monaten.

Keines dieser Produkte kann gewährleisten, dass sofort alle Flöhe sicher abgetötet werden. Daher ist es wichtig regelmäßig zu überprüfen ob ein Neubefall stattgefunden hat, beispielsweise durch wöchentliches Kämmen mit einem Flohkamm. Diese Maßnahme führt gleichzeitig zu einem Entfernen des Flohkotes aus dem Fell des Tieres, was einen beruhigenden Einfluss auf die Haut unserer Tiere ausüben kann. Bei einem sehr starken Befall kann auch Waschen zu einer Erleichterung führen, hierfür empfehlen wir die Verwendung von klarem Wasser oder einem milden Shampoo.

 

Neben der Behandlung unserer Haustiere ist die Umgebungsbehandlung von großer Bedeutung, da die Eier der Flöhe bevorzugt dort abgelegt werden. Ungefähr 48 Stunden nach der Behandlung unserer Tiere sollten alle Schlafplätze nach Möglichkeit gewaschen werden, die Wohnung empfehlen wir gründlich zu staubsaugen. Wichtig ist es den Staubsaugerbeutel sofort draußen zu entsorgen. Für schwer zu reinigende Stellen, wie beispielswiese Hochfloorteppiche, gibt es Produkte zum Einsprühen (Flee®, Indurex®). Unsere Empfehlung ist, die gründliche Reinigung nach 4 Wochen zu wiederholen um eine nachhaltige Reduktion der Flohpopulation zu erreichen und somit einen erneuten Befall zu verhindern.

Nach der erfolgreichen Bekämpfungen dieser lästigen Parasiten sollten unsere vierbeinigen Mitbewohner zudem einmal entwurmt werden, da die Hunde und Katzen sich durch das Verschlucken von Flöhen mit bestimmten Bandwürmer infizieren können, die im ungünstigsten Fall auch auf uns Menschen übertragbar sind.