Die Schattenseiten des Sommers - Kleintierpraxis und Tierpension Dr. med.vet. Holtmann in Herford

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Die Schattenseiten des Sommers

Die Schattenseiten des Sommers

Lange haben wir sie herbeigeseht- die Sonne und die Wärme, aber nicht alles daran ist für uns und unsere Vierbeiner positiv.
Im nachfolgenden Artikel möchten wir Sie auf ein paar der Schattenseiten der heißen Sonnentage hinweisen und ihnen einigeTipps an die Hand geben, wie sie diese unbeschadet genießen können:


Bevor wir uns eher den Katzen und vor allem den Hunden zuwenden, möchte wir auch auf die Gefahr der hohen Außentemperaturen für unsere Kleinnager hinweisen. Die Beschwerden für Herz- und Kreislauf, die Gefahr der Überhitzung, etc. betreffen natürlich alle Spezies. Bei den Kleinnagern insbesondere in der Freilaufhaltung bitten wir sie zudem vor allem auf die Futter- und Wasserhygiene zu achten, da Frischfutter sehr schnell verwest und das Wasser innerhalb kürzester Zeit eine hohe Belastung mit Infektionserregern ausweisen kann. Außerdem sollten sie die Tiere nach Möglichkeit einmal am Tag gründlich auf Verletzungen untersuchen. Auch harmlos erscheinende Wunden sollten gründlich gereinigt und versorgt werden, da leider Fliegen dazu neigen in solche Verletzungen ihre Eier abzulegen aus denen sich dann Maden entwickelt, die schwerste Infektionen zur Folge haben können.


Wenn unsere Thermometer hohe Temperaturen anzeigen, sollten wir körperliche Anstrengungen, unnötige Aufregung und Stress vermeiden. Machen sie mit ihren Hunden kurze Spaziergänge, bevorzugt in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, lasten sie sie bei Bedarf eher kopftechnisch als körperlich aus. So gerne unsere Hunde uns auch begleiten, einen Stadtbummel, Eisessen, wobei die Hunde auf den aufgeheizten Pflastersteinen neben uns liegen, und ähnliche Ausflüge, sollten wir ihnen nicht zumuten. Vor allem ältere oder sehr junge Hunde, sowie brachycephale Rassen, die vom Kreislauf- und/ oder Atmungsapparat eingeschränkt sind, sollten besonders gut beobachtet und geschont werden.


Zur Abkühlung empfehlen sich Fußbäder für die etwas wasserscheuen Vertreter, die wasseraffinen Vierbeiner dürfen natürlich auch ein Bad im Pool nehmen. Bitte legen Sie keine nassen Handtücher über den Körper auf ihre Tiere, da dies zu Stauwärme führen kann, besser geeignet sind kühlende Pfotenwickel oder Fußbäder. Als Alternative bieten sich inzwischen auch Kühlmatten an oder sogar Kühlwesten. Lassen Sie sich hierzu bitte fachlich beraten und sich die jeweiligen Vor- und Nachteile erläutern.


Wie wir Menschen auch sind auch unsere Vierbeiner einem Eis nicht abgeneigt um sich ein wenig abzukühlen. Viele Produkte sind hierfür inzwischen auf dem Markt oder Sie machen es einfach selber, achten Sie aber bitte wegen möglicher Futterallergien auf die Zusammensetzung.


Viele Hundebesitzer gehen in der warmen Jahreszeit auch sehr gerne mit ihren Tieren schwimmen, doch auch hierbei sollte ein paar Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden:
Vor allem bei stehenden Gewässern sollten Sie auf die Wasserqualität achten: Algenbildung (Stichwort Blaualgen), Schaumbildung, Schlieren auf der Wasseroberfläche können Anzeichen dafür sein, dass das Gewässer "am kippen" ist, in diesem Fall sollten sie sich nach einer Alternative umsehen.


Insbesondere den wasserverrückten Hunden, die viel schwimmen oder begeistert apportieren, sollte man zwischendurch aber auch Ruhephasen verordnen, damit sie sich nicht verausgaben oder zuviel Wasser zu sich nehmen, Wasservergiftung ist hier das Stichwort, das derzeit in aller Munde ist. In unserer Praxis können wir bisher jedoch keinen solchen Fall bestätigen.


Für längere Spaziergänge oder Ausflüge empfehlen wir Ihnen eigenes Wasser für den Hund mitzuführen. Viele Hunde greifen wenn sie durstig sind sonst auf Alternativen zurück: Pfützen, Tümpel, Brackwasser, Wasser in Baumstammlöchern. Leider sind diese Wasserquellen meist hochgradig verunreinigt durch Infektionserreger (u.a. auch Leptospirose), die diese hohen Temperaturen optimal ausnutzen können um sich zu vermehren, und Parasiten, da diese Wasserstellen natürlich auch von diversen Wildtieren genutzt werden. Die Folgen sind unter anderem Magen- Darm- Infektionen mit teils stark blutigem Durchfall und Erbrechen.
Wir raten Ihnen dazu, auch die eigenen Hundepools und Trinkwassernäpfe regelmäßig gründlich zu säubern und das Wasser vor allem im letzten Fall täglich zu erneuern.
Die Erreger besiedeln natürlich nicht nur wässrige Quellen, sondern auch liegengelassenes oder weggeworfenes Essen, Kot anderer Tiere, das bei den hohen Außentemperaturen extrem schnell verwest und dann bei der Aufnahme ebenfalls zu Irritationen im Darmbereich führen kann.


Ein weiterer Punkt, der direkt mit starker Sonneneinstrahlung zu tun hat, sind die aufgeheizten Wege, insbesondere wenn es sich dabei um Asphaltflächen handelt. Als Faustregel gilt: Legen sie die Hand 5 Sekunden auf die Oberfläche, wenn es für Sie selbst dann schon unangenehm ist, sollten sie ihrem Hund den Kontakt ersparen um mögliche Verbrennungen zu vermeiden.


Ein letzter Warnhinweis richtet sich an die Besitzer, die in der Nähe von Wiesen und Feldern leben oder dort regelmäßig spazieren gehen: Vor allem im Sommer, wenn das Gras blüht, kann es passieren, dass unsere Vierbeiner mit Teilen von Pflanzen, den sog. Grannen, in Kontakt kommen. Diese Pflanzenteile können sie durch die Haut unserer Vierbeiner bohren und dort Abszesse hervorrufen, oder wenn sie in die Augen und Ohren gelangen, dort zu starken Irritationen und Entzündungen führen. Vielfach sind jedoch die Pfoten betroffen, daher sollte man darauf achten, die Haare zwischen den Ballen und Zehen kurz gehalten werden, um so den Widerhaken der Grannen weniger Angriffsfläche zu bieten. Sollten sie dennoch ein intensives Belcken von Pfoten feststellen, ein zugeschwollenes Auge oder eine Kopfschiefhaltung mit vermehrtem Ohrenschütteln, suchen Sie uns bitte unverzüglich auf.


Ich hoffe, wir konnten Ihnen ein paar Anregungen geben, damit Sie und Ihre tierischen Begleiter die Sommerzeit genießen können.